Celephaïs – Tir n’a n’Og

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Celephaïs ist ein kleines Ein-Mann Projekt aus Deutschland. Nachdem im letzten Jahr das erste Release namens Becoming the deceased rauskam, folgt nun die zwei Lieder starke Nachfolger-Ep Tir n’a n’Og.

Der erste Song heißt Wisdom und ist ein ruhiger, atmosphärischer Einstieg. Beginnend mit einer seichten, klaren Gitarrenmelodie schraubt sich das Lied langsam hoch, ergänzt sich durch ruhiges Schlagzeugspiel und verträumte Schwarmgitarren. Dann ebbt dieser Höhepunkt wieder ab, und das Lied klingt erneut mit der einzelnen Gitarrenmelodie aus.

In sieben Minuten, welche leider sehr schnell vergehen, wird eine wundervolle, schöne Atmosphäre geschaffen, welche in eine Welt von Bergen, verlassenen Wäldern, überwuchernden Ruinen und brausenden Ozeanen entführt.

Danach geht es an den Titelsong, der mit 25 Minuten doch eher ein Brecher ist.

Das seichte Auftreffen des Meeres auf die Küsten der irischen Sageninsel leitet hier ein. Langsames Bassspiel und sphärische Gitarren führen die Reise zur Insel der ewigen Jugend ein. Hier und da wird ein wenig leises Schlagzeug eingebracht, und unterstützt die Musik.

In der vierten Minute bricht eine verzerrte Gitarrenwand herein, und unterlegt die hohe Leitgitarre, dann klingt alles ab und wird mit einem hallenden neuen Gitarrenmotiv ersetzt, das von einer zweiten, höheren Gitarre und dem dominanten Bassspiel unterstützt wird.

Diese relativ schlichte Instrumentalisierung entfaltet eine fast unglaubliche Vielfalt an zu entdeckenden Facetten, was sich auch im weiteren Verlauf des Liedes zeigt.

Denn in der siebten Minute schalten sich schnelle Schwarmgitarren und treibende Drums ein, während das vorherige Motiv unbeirrt durch die erschaffenen Klangwelten hallt.
Das Potential, welche Schwarmgitarren haben, wird hier nicht, wie bei vielen anderen Postblackmetal-Projekten mit disharmonischem Geknüppel zerstört, sondern zieht mich noch tiefer in den Bann dieses Liedes.

Im weiteren Verlauf ebben die Blastbeats ab, eine hohe Melodie spielt sich in den Vordergrund.
Dann dominieren wieder hallende Schwarmgitarren das Klangbild und erzeugen einen Sound, welcher schon beim Vorgänger sehr stilprägend war.

Nach dem Abklingen aller Instrumente beschränkt sich der Sound  sehr minimalistisch auf eine ruhige, sehr langsame Gitarre, welche schon fast an akkustischen Funeraldoom erinnert.

Im Hintergrund echoen hohe Riffs, während im Vordergrund ebenfalls sehr langsame, schwere Gitarren dröhnen.
Ich persönlich finde, dass das Lied hier vom Sound Nord von Year of no light sehr nahekommt (was natürlich absolut nichts schlechtes ist!).

Die letzten Minuten sind wieder leises Geplätscher von Wasser.
Dies ist das Ende von Tir n’a n’Og, und das Gefühl, das diese kurze Ep bei mir hinterlässt, gleicht dem Verlassen dieses mystischen Landes.
In der Sage heißt es, auf der Insel steht die Zeit still und man lebt in ewiger Jugend, wenn man Tir n’a n’Òg jedoch verlässt, und wieder irdischen Boden betritt, holt einen die auf der Insel verbrachte Zeit wieder ein.
Das beschreibt den Charakter der Lieder sehr gut, denn die grandiose Atmosphäre und Dichte, welche hier vermittelt wird, entführt den Hörer in eine andere Welt.

Hinfort von Alltagsstress, Klausuren, Buchrezensionen und Ähnlichem, hin zu undurchdringlichen Wälder, nebelverhangenen Berghängen und verregneten Klippen.
Celephaïs hebt sich somit für mich von den Tausenden an ‚Hauptsache mal machen, weil trve‘-Soloblackmetalprojekten ab.
Schon alleine, da die Musik mit herkömmlichem Blackmetal nicht mehr viel zu tun hat, und auch den Rahmen gewöhnlichem Postblackmetals durchbricht.

Ich kann jedem Fan atmosphärischer und instrumentaler Musik nur ans Herz legen, sich einfach mal eine halbe Stunde Zeit zu nehmen, und dieses Werk zu genießen.

http://celephas.bandcamp.com/track/tir-na-nog

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Fall of Efrafa – OWSLA

Vielen, die sich im Bereich des Sludge oder Neocrust etwas auskennen, werden definitiv schon einmal auf die Band gestoßen sein.

OWSLA, das erste Werk, lässt sich nur schwer in bestimmte Genres quetschen. Es mischt verschiedenes Genres, von hartem Neocrust, über ruhige Postmetal-Anleihen und driftet immer wieder in sludgigere Gefilde ab. Lyrisch behandelt es, wie alle Alben der Band, das Buch Watership Down (Unten am Fluß) von Richard Adams.

Nach einem recht kurzen Intro brettert das Album sofort in den zweiten Song, Pity the weak. Nach einem 40 sekündigen Intro bricht ein Crustgewitter los, welches dann ab der Hälfte zu einer einzigen Basslinie wird, die, begleitet von Samples aus dem Animationsfilm Watership Down (1978), anwächst, zuerst ergänzt von einer leisen Gitarre, dann vom Shouting von Sänger Alex CF, und in der letzten Minute wieder in melodielastigen Midtempo-Hardcore verfällt.

Der dritte Song, A soul to bear, geht etwas straighter drauf los, in ständiger Begleitung eines Cellos, was den Anfang fast wie einen Celtic-Folk-Song wirken lässt, und guten Sludge-Riffs gegen das Ende.

Nach dem Interlude Lament, welches ein kurzes Stück eines Recht dissonanten Pianos ist, startet das Album mit Last but not least, meinem Lieblingslied des Albums, in die zweite Hälfte.
Nach einem postrockigen Intro von zwei Minuten bricht der Song in eine langsame Wand schwerer Riffs, getragen vom emotionalen Shouting, los. Unterstützt von einem Cello, welches dem ganzen eine melancholische Stimmung verleiht, driftet es wieder in ein Interlude ab, geht dann wieder gleich weiter, und gleitet dann in eine einzige Bassline, die durch Gitarre ersetzt wird, und dann in einem herzzerreissendes Finale gipfelt.

Der folgende Song, Fall of Efrafa, schließt das Album um die Zerstörung des Sandleford-Geheges und des Falles von Efrafa. Nach einem Gitarrenintro, das langsam vom Schlagzeug ergänzt wird, wendet sich der Song ab der dritten Minute schneller Hardcore/Crust-Gefilden zu. Ab der fünften Minute setzt ein ruhiger Part ein, getragen vom Cello und immer wieder ergänzt durch ein Sample aus dem Film (‚The fields, the fields are covered with blood‘), und dann gefolgt von einem herzzerreissenden härteren Parts, ausklingend im wiederholten Ausschrei ‚The warren is empty‘, bei dem man sich dem Sog der ganzen Mythologie um Watership Down quasi gar nicht mehr entziehen kann, wenn Alex CF sich seine Seele aus dem Leib brüllt.

Diejenigen, die das Buch selbst gelesen haben, werden deshalb auch verstehen, warum ich es mir bei den letzten zwei Songs einfach nicht verkneifen kann, eine einzelne Träne fallen zu lassen.
10/10

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Strongarm

Strongarm und Shai Hulud schufen schon in den 90ern das was heute so beliebt ist: Hardcore mit atmosphärischen Gitarren. Heutige moderne Genrevertreter sind z.b. „Life In Your Way“ und „Misery Signals“.

Obwohl Shai Hulud in Szenekreisen hoch geschätzt sind, zieh ich Strongarm vor. Strongarm hat leider christlich-predigenden Texte, dafür aber wiederum kompaktere rockigere Songs als Shai Hulud.

Stronarms Debüt erschien 1996, Shai Hulud 1997 wobei der atmosphärisch Einschlag bei Strogarm erst beim zweite Album (1998) wirklich deutlich wurde.

So mal zu den Alben:

Deutlich roher als heutige Vertreter, aber sehr emotional

Atonement

Tendenziell noch punkiger 7/10

Strongarm – Trial

The Advent Of A Miracle

Gibt dank Gema nur sehr schlechte Videos: 9/10

Strongarm – These Times That Try Men’s Souls

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I’m trying my best to be a better man, despite all my fears, I really am

So, wie versprochen werde ich zwischen die Reviews immer mal wieder Songs dazwischenhauen, die mich einfach fesseln.

Wer sich im Bereich Ambient-/ Melodic Hardcore etwas auskennt, und auf dem Laufenden ist, wird sofort wissen, worum es geht.

BEING AS AN OCEAN heißt die Kombo aus San Diego.
Die Jungs spielen christlichen Hardcore, was sich am Namen der ersten Single ‚Dear G-D‚ schnell erkennen lässt.

Statt diese message jedoch penetrant einzuprügeln (siehe For Today), sind die Texte relativ allgemein, und lassen sich auch so allgemein aufs Leben übertragen.

Di Band besteht aus einem Fronter, einem Rythmusgitarristen, nem Basser und einem Schlagzeuger. Der Sound ist dominiert vom kreativ eingespielten Schlagzeug, vergleichbar mit Defeater, die Gitarre fällt leider etwas leise aus, auf tumblr. wurde jedoch angekündigt, dass dies auf dem Album (erscheint am 23.8) geändert wurde.

Dafür, dass sie sich erst im Januar diesen Jahres gegründet haben, sind sie sofort aufgestiegen, obwohl erst 2 Songs veröffentlicht wurden, steht jetzt schon eine US-Tour an.

Das ist jedoch auch verständlich, wenn man diese Songs gehört hat! Ich erwarte Großes, und freu mich schon, Doppel-Vinyl wird vorbestellt.

As I pen these things
It might literally be all I have
Ink on paper
Does any of this matter?
Then I’m reminded of what I’ve seen
The places I love and the people I’ve been
Only Love could have brought me to this place
Holding in me a joyful heart while spit covers my face
I’ve come to forgive those who’ve wronged me
Knowing that they’ve helped make me into exactly who You intended me to be
I’m trying my best to be a better man
Despite all my fears, I really am
I write these things to remind myself
That amidst this darkness, there still remains
Light, Hope, and a perfect plan
For the first time in my life
I am writing for the sake of writing
Living for the sake of living
Loving for the sake of loving
And I’ll live
So you can call this sort of life a hopeless endeavor
That this tiny vessel could ever endure such violent weather
Call it pointless
I’ll continue to carry out Grace none the less
I will scream it till my face is blue
There is a point to all of this and its always been You“

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fu inlé allerseits :)

Ich werd hier auf dem Blog dann demnächst auch immer mal wieder was verfassen.

Mein Name ist Janik, ich bin 17 und lebe für Musik. Denke mein Hauptaugenmerk werde ich hier auf Neo-Crust legen, in den Blick gefasst habe ich für’s erste die Diskographie von Fall of Efrafa und Alpinist, aber es kann aiuch sein, das ich einfach mal Emfehlungen dazwischenwerfe, falls mich irgendwas total fesselt.

Ich hoffe ich zerstöre den Blog nicht zu sehr, also, bis dann!

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dredg

dredg

Band

dredg ist meine absolute Lieblingsband und musikalisch beim Frühwerk dem Progressive Rock zuzuordnen, wohingegen die letzten beiden Alben poppiger wurden.

Charakteristisch für dredg sind die atmosphärischen Gitarren, der emotionale Gesang und die bildlichen Texte. Diese verbindet ein zusammenhängendes Thema, es handelt sich daher um Konzeptalben.

Alben

Leitmotif


Das erste Album hat noch einen rohen Sound und einige Shoutparts. Für mich stechen eher einzelne Songs heraus: Lechium, Yatahaze.

Trotzdem musikalisch ansprechend und emotional, die Texte handeln dabei von einem psychisch Kranken der um die Welt reist.

El Cielo

Das zweite Album ist trauriger und ruhiger. Die Songs sind getragen bis rockend und der Gesang ist dabei fragil. Es wird eine wunderbar intensive melancholische Atmosphäre geschaffen, die das Albenkonzept (luzides Träumen) vertont. Im Gegensatz zu Leitmotif überzeugt das Album als Ganzes.

Catch Without Arms

Das dritte Album zeigt schon den weiteren Weg hinzu poppigeren Tönn auf, es handelt sich hier nicht mehr um Progressive Rock sondern um atmosphärischen Alternative-Rock mit gradiosen Gesang und Gitarrenarbeit.

Textlich wieder ein Konzeptalbum, diesmal über Gegensätze im Leben.

Mein Lieblingsalbum weil es mich emotional berührt und begleitet. Typisch für dredg regen die bildlichen Texte zum Nachdenken an.

dredg – Live At The Fillmore


Nach drei grandiosen Alben kommt das verdiente Livealbum. Leider umfasst dieser nicht das ganze Konzert.

Wunderbare spielfreudige Band die auch mal ein Jazz-Saxophon einfließen lässt und starke Songauswahl überzeugen.

The Pariah, The Parrot, The Delusion

Große Enttäuschung!

Schwache Songs und viel Füllwerk wären das eine, die Tendenz die Grenze zu Radiorock/Schlager anzukratzen und oft sogar zu überschreiten das Andere.

Es gibt absolut keinen Grund dieses Album zu kaufen wenn man stattdessen El Cielo oder Catch Without Arms hören kann.

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Glassjaw

Glassjaw schuffen mit Everything You Ever Wanted to Know About Silence eines der wichtigsten Post-Hardcore-Alben der 00er.

Sie setzen auf emotionale Texte und Gesang der zwischen Flüstern/Klargesang hin zu derbsten Screams wechselt. Dieser wird dabei aber nie weinerlich oder prollig.

Die Songs sind dabei komplex und chaotisch aufgebaut, was sie emotionaler und aufwühlender macht.

Everything You Ever Wanted to Know About Silence ist das Meisterwerk wohingegen der Nachfolger Worship and Tribute etwas konventioneller ausfällt.

Ein weiteres Album ist nach langer Pause für 2011 in Plannung.

Da Sänger Daryl Palumbo seit Jahren an Morbus Crohn leidet entfielen deshalb sowohl die in Deutschland geplanten Ursprungstermine wie auch Monate später die Nachholkonzerte.

www.myspace.com/glassjaw
http://www.lastfm.de/music/Glassjaw

Everything You Ever Wanted To Know About Silence

Worship and Tribute

Diskographie

Alben
2000: Everything You Ever Wanted to Know About Silence (Roadrunner Records)
2002: Worship and Tribute (Warner Music Group)

EPs
1997: Kiss Kiss Bang Bang
2005: El Mark Digital EP

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