Fall of Efrafa – OWSLA

Vielen, die sich im Bereich des Sludge oder Neocrust etwas auskennen, werden definitiv schon einmal auf die Band gestoßen sein.

OWSLA, das erste Werk, lässt sich nur schwer in bestimmte Genres quetschen. Es mischt verschiedenes Genres, von hartem Neocrust, über ruhige Postmetal-Anleihen und driftet immer wieder in sludgigere Gefilde ab. Lyrisch behandelt es, wie alle Alben der Band, das Buch Watership Down (Unten am Fluß) von Richard Adams.

Nach einem recht kurzen Intro brettert das Album sofort in den zweiten Song, Pity the weak. Nach einem 40 sekündigen Intro bricht ein Crustgewitter los, welches dann ab der Hälfte zu einer einzigen Basslinie wird, die, begleitet von Samples aus dem Animationsfilm Watership Down (1978), anwächst, zuerst ergänzt von einer leisen Gitarre, dann vom Shouting von Sänger Alex CF, und in der letzten Minute wieder in melodielastigen Midtempo-Hardcore verfällt.

Der dritte Song, A soul to bear, geht etwas straighter drauf los, in ständiger Begleitung eines Cellos, was den Anfang fast wie einen Celtic-Folk-Song wirken lässt, und guten Sludge-Riffs gegen das Ende.

Nach dem Interlude Lament, welches ein kurzes Stück eines Recht dissonanten Pianos ist, startet das Album mit Last but not least, meinem Lieblingslied des Albums, in die zweite Hälfte.
Nach einem postrockigen Intro von zwei Minuten bricht der Song in eine langsame Wand schwerer Riffs, getragen vom emotionalen Shouting, los. Unterstützt von einem Cello, welches dem ganzen eine melancholische Stimmung verleiht, driftet es wieder in ein Interlude ab, geht dann wieder gleich weiter, und gleitet dann in eine einzige Bassline, die durch Gitarre ersetzt wird, und dann in einem herzzerreissendes Finale gipfelt.

Der folgende Song, Fall of Efrafa, schließt das Album um die Zerstörung des Sandleford-Geheges und des Falles von Efrafa. Nach einem Gitarrenintro, das langsam vom Schlagzeug ergänzt wird, wendet sich der Song ab der dritten Minute schneller Hardcore/Crust-Gefilden zu. Ab der fünften Minute setzt ein ruhiger Part ein, getragen vom Cello und immer wieder ergänzt durch ein Sample aus dem Film (‚The fields, the fields are covered with blood‘), und dann gefolgt von einem herzzerreissenden härteren Parts, ausklingend im wiederholten Ausschrei ‚The warren is empty‘, bei dem man sich dem Sog der ganzen Mythologie um Watership Down quasi gar nicht mehr entziehen kann, wenn Alex CF sich seine Seele aus dem Leib brüllt.

Diejenigen, die das Buch selbst gelesen haben, werden deshalb auch verstehen, warum ich es mir bei den letzten zwei Songs einfach nicht verkneifen kann, eine einzelne Träne fallen zu lassen.
10/10

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